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D I E K A R W E N D E L B A H N von Klaus Kraml Kühn angelegt verbindet die 57 km lange Bahnstrecke die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck mit Garmisch Partenkirchen. Die Züge benötigen dafür heute 1 Stunde und 20 Minuten und überwinden dabei 600 Höhenmeter. Nicht die Geschwindigkeit, sondern die Trassierung durch das Karwendelgebirge und der Ausblick ins Inntal üben demnach die Faszination auf den Reisenden hier aus.
Wie bei so vielen Bahnlinien sind die ersten Wünsche nach Verwirklichung so alt wie die Eisenbahn selbst. Schon 1843 gab es Initiativen, den alten Handelsweg von Augsburg über die "porta claudia" nach Italien zu beleben.
Es dauerte dann aber noch bis 1904, bis mit einem bayerisch-österreichischen Staatsvertrag die Grundlage für die Karwendelbahn gelegt wurde. Erst 1910 waren alle Hindernisse ausgeräumt und man konnte mit dem Bau beginnen. Nach bemerkenswert kurzer Bauzeit konnte die Strecke am 20. 5. 1913 auf der Gesamtstrecke eröffnet werden, schon 1912 fuhr der erste Zug über die deutsch österreichische Grenze.
Oberbaurat Dr. Ing. Josef Rhiel projektierte die Karwendelbahn mit 16 Tunnels, 14 Brücken und Viadukte und mehrere Lawinengalerien als Lokalbahn.
Als Pioniertat wurde von Anfang an der elektrische Betrieb mit dem heute noch üblichen System (15 KV, 16 2/3 Hz) vorgesehen. Auch Betonbauten wurden auf der Karwendelbahn erstmals in größerem Umfang errichtet.
Die aufwendige Streckenführung und die Leistung der Lokomotiven verdeutlicht, daß hier in Wahrheit unter dem Deckmantel "Lokalbahn" eine Hauptstrecke errichtet wurde, wohl um den damals mächtigen österreichischen Militärbehörden die Elektrifizierung besser "verkaufen" zu können.
Wichtig war und ist die Bahn vor allem für den Tourismus in der Region, besonders auch zur Zeit der olympischen Spiele 1964 und 1976 in Innsbruck, wo einige Ausbauten erfolgten. Seit 1920 verkehren darum auch Expresszüge und heute sogar Intercitys auf der Karwendelbahn. Der Güterverkehr spielt nur eine untergeordnete Rolle.
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